Gestartet von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

Wir brauchen Lehrer*innen! Personalnot jetzt bekämpfen!

Petition: Wir brauchen Lehrer*innen! Personalnot jetzt bekämpfen!

An: Kultusministerkonferenz (KMK), insb. Udo Michallik (Generalsekretär), Katharina Günther-Wünsch (Präsidentin), Christine Streichert-Clivot (1. Vizepräsidentin)

Der Fachkräftemangel trifft die Schulen hart: Über 80.000 Lehrkräfte könnten in Deutschland schon bald fehlen – während die Zahl der Schüler*innen weiter steigen dürfte. Schon jetzt sind Tausende Stellen nicht besetzt. 80 Prozent der Schulleitungen können ihre Schüler*innen nicht ausreichend beim Lernen unterstützen. Ein Drittel der Kinder und Jugendlichen zeigt deutliche Lernrückstände. Wir fordern die Kultusministerkonferenz auf, jetzt eine tragfähige und nachhaltige Lösung für den Lehrkräftemangel zu entwickeln.

Mehr Pflichtstunden, weniger Teilzeit, Ausweitung von Hybridunterricht – Maßnahmen wie diese schlägt die Ständige Wissenschaftliche Kommission (SWK), ein Beratungsgremium der Kultusministerkonferenz, vor. Doch klar ist: Lehrer*innen, die aktuell bereits am Limit arbeiten, würden so nur weiter verheizt. Attraktiver für Nachwuchslehrer*innen wird der Beruf so jedenfalls nicht – im Gegenteil.

Wir fordern von der Kultusministerkonferenz:

Viele Lehrer*innen arbeiten an ihrer Belastungsgrenze. Das schreckt junge Menschen ab, sich für diesen Beruf zu entscheiden. Es braucht dringend bessere Arbeitsbedingungen wie eine Senkung der Arbeitszeit, kleinere Klassen, mehr Ausgleichsstunden, einen besseren Gesundheitsschutz und Unterstützungssysteme wie Team-Coaching und Supervision.
An Schulen ist weit mehr zu tun als nur der Unterricht. Zudem übernehmen Lehrer*innen viele fachfremde Aufgaben. Mehr multiprofessionelle Teams und die Einstellung von Verwaltungs- und IT-Expert*innen können Lehrkräfte entlasten und zusätzliche Arbeitskapazitäten schaffen.

Die Attraktivität des Lehrkräfteberufs muss gesteigert werden. Dazu gehört beispielsweise die gleiche Bezahlung der Grundschullehrer*innen mit den Lehrkräften anderer Schulformen. Die Arbeit an den Grundschulen aufzuwerten, die überwiegend von Frauen geleistet wird, ist überfällig – das gilt auch für Schulen der Sekundarstufe I.

Es müssen dringend mehr Studien- und Referendariatsplätze geschaffen werden. Die angehenden Lehrkräfte müssen besser betreut werden, damit sie ihre Ausbildung erfolgreich beenden können.

Kurzfristig ist der Bildungsbetrieb auf Quer- und Seiteneinsteiger*innen angewiesen. Auch die Arbeitsbedingungen der Quer- und Seiteneinsteiger*innen müssen verbessert werden. Sie benötigen genügend Zeit und Qualifizierungsangebote, um sich fehlende, vor allem pädagogische Ausbildungsinhalte anzueignen. Nach erfolgreicher Ausbildung sollen ihre Abschlüsse voll ausgebildeten Lehrkräften gleichgestellt werden.

Weitere notwendige Maßnahmen, die die Bedingungen für Lehrer*innen und Schüler*innen verbessern, haben wir in unserem 15-Punkte-Programm zusammengestellt: https://www.gew.de/15-punkte-gegen-lehrkraeftemangel

Warum ist das wichtig?

Die Bundesländer haben es verpasst, rechtzeitig für ausreichend Nachwuchs an den Schulen zu sorgen. Die Folgen zeigen sich jetzt: Massenweise fallen Stunden aus, erste Schulen schicken ihre Schüler*innen zeitweise in den Distanzunterricht. Die Bildungschancen insbesondere von Kindern und Jugendlichen aus finanziell benachteiligten Familien verschlechtern sich dadurch zunehmend. Wenn die älteren Lehrkräfte in Pension oder Rente gehen, droht eine noch massivere Personalnot an den Schulen. Für die Bildungsqualität der jungen Generation ist das insgesamt eine große Gefahr.

Aber auch die Lehrkräfte leiden unter der Situation. In einer Umfrage gaben 80 Prozent aller Lehrer*innen, an deren Schule Personal fehlt, an, psychisch und körperlich unter der Belastung zu leiden – von Schlafstörungen über Zukunftsängste bis hin zum Burn-out. Ohne den Einsatz dieser engagierten, aber stark belasteten Lehrer*innen würde das Schulsystem schon lange nicht mehr laufen.

„Die Politik darf nicht den Fehler machen, den dramatischen Lehrkräftemangel auf dem Rücken der Lehrkräfte und letztlich der Kinder, Jugendlichen und auch der Eltern auszutragen“, stellt Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, klar Fakt ist aber: Genau das passiert gerade. Wir fordern von der KMK eine tragfähige, gemeinsame Strategie der Bundesländer, die die Arbeit der Lehrkräfte wertschätzt und den Fachkräftemangel nachhaltig stoppt. Wir sind gerne dazu bereit, unsere Vorschläge mit der KMK zu diskutieren und miteinander Lösungen gegen den dramatischen Lehrkräftemangel zu finden.

Petition: Massiver Unterrichtsausfall an den Grundschulen in Helmstedt und im Landkreis

Petition: Massiver Unterrichtsausfall an den Grundschulen in Helmstedt und im Landkreis

Nach zweieinhalb Jahren umfangreicher Einschränkungen in der Gestaltung des Unterrichts für alle Lehrkräfte an den Schulen in Deutschland und den damit verbundenen einschneidenden Veränderungen für die SchülerInnen bedingt durch Corona, herrscht nun ein anhaltender, gravierender und umfangreicher Lehrkräftemangel an den Grundschulen in Helmstedt und im Landkreis. Eine weitere Grundschule in Helmstedt, die 3. von 5, kämpft aktuell mit sechs Lehrkräften darum, die Unterrichtsversorgung für acht Klassen aufrecht zu erhalten. Das Beibehalten des gewohnten Lern- und Leistungsniveaus ist kaum möglich - weder für die Lehrkräfte noch für die Kinder. Das bedeutet konkret, dass momentan beide ersten Klassen an dieser dritten Grundschule von einer Klassenlehrerin betreut werden. Gerade die Schüler der ersten Klasse brauchen zum Einleben und Wohlfühlen an der Schule eine feste Ansprechpartnerin/ einen festen Ansprechpartner und eine Bezugsperson. Es werden vor allem die lernintensiven und leistungsorientierten Hauptfächer wie Deutsch, Mathe, Sachkunde unterrichtet. Fächer, die die kreativen Fähigkeiten der Kinder fordern und fördern werden nicht oder in zusammengelegten Klassen unterrichtet. (Sport, Musik, Kunst). In Zahlen: Es fehlen 48 Lehrerstunden an dieser Schule (zum Vergleich: 28 Stunden sind eine volle Lehrerstelle). Des Weiteren ist eine Überlastung der verbleibenden MitarbeiterInnen absehbar.Dieses hat zur Konsequenz für alle Grundschuldkinder, dass möglicherweise die Grundlagen zur Allgemeinbildung nicht oder nicht ausreichend gelegt werden können. Große Auswirkungen auf die Entwicklungen und Chancen dieser Kinder in der Zukunft sind sehr wahrscheinlich zu erwarten.Uns Eltern stellt sich die große Frage, wie diese schlimme akute Situation in kürzester Zukunft gelöst werden könnte. Aus diesem Grund bitten wir Eltern dringend um Unterstützung für unsere Lehrkräfte in Helmstedt und im Landkreis und ein schnelles Lösen der Probleme, damit mögliche coronabedingte Lerndefizite sich nicht bei den Kindern verstärken, vorhandene Benachteiligungen nicht noch größer werden und eine adäquate Unterrichtsversorgung wieder möglich werden kann.Bitte unterschreiben Sie, wenn Sie dieses unterstützen und leiten Sie es an so viele Personen wie möglich weiter. Gleichzeitig die Frage: Gibt es in Helmstedt und/oder im Landkreis Helmstedt Pädagogen/ Pädagoginnen und/oder pädagogische MitarbeiterInnen die aushelfen könnten und Unterrichtseinheiten übernehmen könnten? Wenn ja, melden Sie sich gerne im Sekretariat der Grundschule Sankt Ludgeri, Grundschule Pestalozzi, Grundschule Friedrichstraße direkt.

Begründung

Diese Petition schreiben wir als Eltern von Kindern, die von dem intensiven Schulausfall an den Grundschulen in Helmstedt unmittelbar betroffen sind.

Gestartet Juni 2022

Unterrichtsversorgung gewährleisten und Ganztag aufrecht erhalten!

Petition: Unterrichtsversorgung gewährleisten und Ganztag aufrecht erhalten!

Wir fordern das Land Niedersachsen, das Kultusministerium und das regionale Landesamt für Schule und Bildung auf, Lösungen zu finden, damit der Unterricht für unsere Kinder gewährleistet wird und das Ganztagsangebot (wie im Schulkonzept verankert und bisher durchgeführt) an vier Tagen in der Woche angeboten wird.


Aufgrund von mehreren nicht besetzten Lehrerstellen soll an zwei Helmstedter Grundschulen - unseren Grundschulen Friedrichstraße und Pestalozzistraße Helmstedt mit der Außenstelle Emmerstedt - im kommenden Schuljahr nach aktuellem Stand der Unterricht eingekürzt werden. Dies bedeutet, dass bei unseren Grundschülern Unterrichtsstunden in den Nebenfächern Religion, Kunst, Musik, Werken oder im Bereich des sozialen Lernens eingekürzt werden. Das bedeutet nicht etwa, dass Inhalte wegfallen, sondern dass diese vorgegebenen Inhalte in kürzerer Zeit vermittelt werden müssen. Auch Förderstunden können nicht angeboten werden. Darüber hinaus wird das Angebot des Ganztags auf das Minimum von einem Tag in der Woche gekürzt, anstatt der bisher angebotenen vier Tage.


In gut drei Monaten beginnt das neue Schuljahr. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, Lösungen zu finden. Wir brauchen dringend ausreichend Personal an den Helmstedter Grundschulen!

Begründung

Es geht uns Eltern vor allen um berufstätige und alleinerziehende Eltern, die bisher davon ausgegangen sind, dass ihre Kinder an vier Tagen der Woche bis 15 Uhr betreut werden, sie in der Schule ihre Hausaufgaben machen können und ein warmes Mittagessen erhalten. Wer soll nun die Betreuung übernehmen? Würden Sie Erstklässler zu Schlüsselkindern machen, die ohne Mittagessen zwei oder drei Stunden alleine sind, bis die Eltern nach Hause kommen? Darüber hinaus benötigen viele Kinder das Ganztagsangebot. Denn hier bekommen sie die Unterstützung, die zu Hause nicht immer möglich ist und hier haben sie die Chance, gemeinsam mit ihren Freunden an tollen AG´s teilzunehmen und ganzheitlich zu lernen. Für einige Familien bietet die Ganztagsschule die einzige Möglichkeit, dass das Kind ein warmes Mittagessen erhält. Kinder mit Migrationshintergrund oder mit Förderbedarf benötigen oftmals Förderunterricht, einen ganzheitlichen Unterricht und auch den ergänzenden Ganztag, damit sich ihre Lernchancen verbessern.


Darüber hinaus haben vor allem auch die Kinder in den letzten zwei Jahren unter den Einschränkungen der Corona Pandemie gelitten. Erste Auswertungen zeigen, dass sich jedes dritte Kind psychisch belastet fühlt (Quelle: https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/kinder-corona-belastung-1940630; https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/2021/3-quartal/abschlussbericht-auswirkungen-corona-kinder.html [Zugriff 07.06.2022]). Folgen der Pandemie sind Zukunftsängste, Vereinsamung, Ängste, Depressivität, eine erhöhte Nutzung von Medien, Bewegungsmangel, Essstörungen und ein erhöhtes Risiko für Gewalt (Quelle: https://www.bptk.de/durch-corona-mehr-kinder-und-jugendlichenpsychotherapie-notwendig/ [Zugrif 07.06.2022]). Kinder brauchen soziale Kontakte, Kinder brauchen Räume zum Lernen und Kinder brauchen jede einzelne Unterrichtsstunde in der Grundschule, da hier die Grundsteine für ihr Lernen, ihre schulische Laufbahn und letztendlich auch für ihr gesamtes Leben gelegt werden. Genau aus diesen Gründen sagt unsere Landesregierung, dass der Offenhaltung der Schulen eine hohe Bedeutung zukommt. Und nun sollen unsere beiden Grundschulen aufgrund von Personalmangel dauerhaft eingekürzt werden und es gibt erneut enorme Einschränkungen und Einbußen für unsere Kinder? Wir sagen klar NEIN. 


Wir fordern daher das Land Niedersachsen und nachgeordnet das Kultusministerium und das regionale Landesamt für Schule und Bildung auf, kurzfristig Lösungen zu finden, damit der Unterricht für unsere Kinder gewährleistet und das Ganztagsangebot (wie im Schulkonzept verankert und bisher durchgeführt) an vier Tagen der Woche angeboten wird.

Alexandra Beckmann (Vorsitzende Schulelternrat der GS Pestalozzistraße) und Karina Jelenowska (Vorsitzende Schulelternrat der GS Friedrichstraße)